KNIGGE - Gesellschaft für Moderne Umgangsformen

KGMU

Newsletter Frühling 2014

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Leser,

endlich ist Frühling! Überall sprießen die ersten Blumen und die Kirschblüte ist erwacht. In dieser Ausgabe widmen wir uns Themen rund um diese wunderschöne Jahreszeit.
Mit dem Frühling beginnt ja auch die Golfsaison. Für die Golfer unter Ihnen- oder die, die es noch werden- hat Annette Wölfle daher einen interessanten Golf-Knigge  geschrieben.
Das diesjährige Frühlingstreffen der KGMU fand in edlem Ambiente im Berliner Hotel Adlon statt. Sandra Götsch hat die wichtigsten Ereignisse dieses Wochenendes für Sie zusammengefasst. Außerdem dürfen wir zwei neue Trainer in unserer Runde begrüßen: Birgit Eggerding (Mainz) und Michael Wiecki (Pulheim bei Köln). Herzlich willkommen!
Last but not least beantwortet diesmal unsere Fragen bei „Kurz gefragt...“ das neue Vorstandsmitglied (Ressort Marketing & Event) Matthias Geist.

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Frühling

wünscht Ihnen

Christina Robke


Ausgabe Frühling 2014

• Frühlingstagung der KGMU
• Der kleine Golf-Knigge
• Kurz gefragt: Matthias Geist

Frühlingstagung der KGMU

von Sandra Götsch

Vom 29.-30. April haben sich die Trainer der KGMU im Hotel Adlon in Berlin getroffen, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Nebenbei gab es täglich auch Fachvorträge externer Gäste.

Als Auftakt stellte sich am Samstag Herr Grill, Restaurantleiter des Restaurants SRA BUA by Tim Raue, vor. Das Restaurant befindet sich im Erdgeschoss des Hotel Adlon. Es verbindet japanisch- thailändische Küche mit europäischem Flair: ein kulinarischer Schmelztiegel! Neben dem Restaurant gibt es eine angrenzende Bar. Die Cocktails zeichnen sich durch ihre fernöstliche Note (z.B. Ingwer) aus. Herr Grill gab einen kurzen Einblick in die Welt der Spitzengastronomie.

Sie können meist schon anhand der wenigen Tische erkennen, um was für eine Art Restaurant es sich handelt. Ein Gourmet-Restaurant hat nicht mehr als 40 Sitzplätze. Eine Reservierung wird daher dringend  empfohlen. Sollten Sie dennoch, aus welchem Grund auch immer, verhindert sein, rufen Sie bitte so rechtzeitig wie möglich an, um abzusagen. Das Restaurant verwendet ausschließlich frische Waren. Um dies, und die hohe Servicequalität, sicher stellen zu können, muss exakt geplant werden. Im Schnitt können Sie davon ausgehen, dass 10-14 Köche und 8-10 Servicekräfte für 26-30 Gäste im Einsatz sind. Porzellan, Besteck, Gläser und Tischwäsche werden alle 2-3 Jahre ausgewechselt.
Das oberste Gebot in einem Spitzenrestaurant: dem Gast- neben dem ausgezeichneten Essen- Ruhe und Entspannung entgegen zu bringen. Einige bisher übliche Etiketteregeln werden daher absichtlich gebrochen, wenn es um das Wohl des Gastes geht. Unterhalten sich z.B. zwei Gäste, die nebeneinander sitzen, wird ausnahmsweise auch mal von links eingedeckt, um das Gespräch nicht zu unterbrechen.

Der Gast soll sich wohlfühlen. Das gilt auch für den Dresscode. Aber bitte übertreiben Sie es nicht! Auch wenn die Jeans mit Löchern und die nietenbesetzte Lederjacke sehr teuer sind passen sie doch nicht in ein Spitzenrestaurant, denn auch das sehr elegant angezogene Paar neben Ihnen möchte das Ambiente genießen. Das Handy wird selbstverständlich aus oder zumindest auf stumm gestellt.
Bitte schenken Sie dem Service ab und zu Ihre Aufmerksamkeit und bitte denken Sie bei der Bezahlung an das Trinkgeld, auch wenn Sie mit der Karte zahlen. 10% Trinkgeld sind in Deutschland üblich.
Vielen Dank an Herrn Grill für den interessanten Einblick in die Welt der Spitzengastronomie.

Am Sonntagvormittag wurde über das Thema „Bruder was geht? - Verfall der Deutschen Sprache?“ diskutiert. Als Gäste waren Herr Bohr, Regionalleiter vom „Verein Deutsche Sprache“, sowie Berliner Schülersprecher und junge Literaturpreisträger eingeladen.

Die Jugendlichen waren sich einig, dass es sich hierbei keineswegs um den Verfall der deutschen Sprache handelt, sondern lediglich in einigen Punkten eine Weiterentwicklung darstellt. Der Gebrauch ist abhängig von der Umgebung (Eltern, Lehrer oder Freunde).
Sprache ist Identität und trotz SMS, Facebook und E-Mail waren die Jugendlichen der Meinung, dass auch das Briefe schreiben noch etwas Schönes und Besonderes ist, das beibehalten wird.

Nachmittags stellte sich dann Arno Steguweit, Europas erster Wassersommelier, vor.
Herr Steguweit ist auch Weinsommelier und somit findet er, ganz nach Geschmack und Bedürfnis, das richtige Wasser in Harmonie zum Wein. Sie können den Wein nämlich am besten genießen, wenn Ihr Körper mit ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser versorgt wird. Herr Steguweit empfiehlt daher für einen gelungenen Abend auf ein Glas Wein ein Glas Wasser. So können Sie auch den Morgen danach genießen.

Der kleine Golfknigge für Beginner und Neugierige

von Annette Wölfle

Das Interesse an Golf ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Lange Zeit galt der Golfsport als antiquiert und war verpönt als ein „Alt-Herren-Sport“ für die oberen Zehntausend.
Dieses Image ist mittlerweile veraltet, Golf im Wandel und somit bei Alt und Jung voll im Trend. Nicht nur die schöne Natur rund um den Golfplatz, sondern auch das Spiel mit Bewegung an der frischen Luft macht viele Menschen neugierig. Alt und Jung können gemeinsam spielen, getreu dem Motto „jeder wie er kann“. Dabei hilft u.a. auch die Zählweise mit der das Ergebnis nach Ende der 18 Löcher gewertet wird.

Golf ist ein Sport, bei dem man auf die „Etikette“ Wert legt. Hier geht es aber nicht nur um Benehmen und Kleidung, sondern es spielt auch Sicherheit in Verbindung mit Rücksichtnahme auf Mensch und Natur eine Rolle. Ebenso sind Werte und Fairness beim gemeinsamen Spiel auf dem Platz eine Selbstverständlichkeit!

Für diejenigen, die sich rund um den Golfplatz sicher und wohl fühlen möchten, hier ein paar Auszüge der Golf-Etikette (Verhaltensregeln auf dem Golfplatz):

Die Kleidung auf dem Golfplatz ist mittlerweile etwas „lockerer“. Bluejeans sind aber immer noch verpönt. Nicht erlaubt sind ärmellose Oberteile ohne Kragen, genauso wie Tops mit Spaghettiträgern bei den Damen. Shorts sollten eine angemessene Länge aufweisen, d.h. sie sollten bis kurz über das Knie reichen. Sie sollten schon Golfschuhe tragen, als Beginner können Sie aber auch gepflegte Turnschuhe tragen. Bei Turnieren sollten Sie allerdings vorher nachfragen!

Sicherheit ist u.a. die oberste Priorität. Laufen Sie niemals einfach auf dem Golfplatz herum, ohne vorherige Rücksprache mit dem dortigen Sekretariat. Es gibt in der Regel Wege, die man als Besucher neben den verschiedenen Löchern ablaufen kann. Das Personal hilft Ihnen hier gerne weiter.

Wenn Sie beim Turnier als Spaziergänger oder Zuschauer teilnehmen, verhalten Sie sich stets ruhig. Sobald ein Spieler sich in Schlagposition begibt, halten Sie Abstand und bleiben Sie stehen. Der Warnruf auf dem Golfplatz ist „Fore“ (Foor=Lautsprache). Hören Sie diesen, sollten Sie in Deckung gehen und Ihre Arme schützend über Ihren Kopf legen. Dann hat sich nämlich ein Ball versehentlich in eine Richtung „verirrt“ die Ihre sein könnte.

Damit Sie auch wissen, worüber sich ein Golfer unterhält, hier ein paar Begriffs-Definitionen zum besseren Verständnis.

Es gibt ein Übungsgelände, das normalerweise folgende Bereiche zu bieten hat:

Driving Range: hier werden lange Schläge geübt
Pitching und Chipping Area: zum Üben von Annäherungsschlägen im Kurzbereich
Bunker: sozusagen der großer „Sandkasten“ zum Üben der Schläge aus dem Sand
Putting-Green: kurz gemähte Rasenfläche auf der die Fahne/Loch steht

Generelle Begrifflichkeiten rund um das Golfen:

Golfbag: Golftasche
Trolley: Vorrichtung, auf die man das Golfbag stellt (zum Ziehen oder elektrisch)
Golfcart: Golfwagen, mit dem 2 Personen inkl. Bag über den Platz fahren können
Golf-Pro: Golflehrer (Abkürzung für Golf-Professional)
Pro-Shop: hier können Sie alles für den Golfsport kaufen und sich auch informieren
Abschlag: markierter Bereich, auf dem der Golfer seinen ersten Schlag macht
Score-Karte: Karte, auf der jedes Loch angegeben ist und auf der die Ergebnisse zur Auswertung geschrieben werden
Birdy-Book: kleines, detailliertes, bebildertes Buch, auf dem jedes Loch mit Angaben und Hindernissen genau beschrieben ist. Es dient zur Orientierung
Divot: auch „Schnitzel“ genannt. Ein Stück Rasen, das der Spieler während der Ausführung des Schlages versehentlich aus dem Boden geschlagen hat. Es muss wieder eingesetzt werden und läuft unter der Rubrik „Schonung und Erhaltung des Platzes“.

Natürlich ist das lange nicht alles, was es zu entdecken oder zu wissen gibt.
Zu allen Golfregeln gibt es ein sehr umfangreiches Regelwerk, das mehrere hundert Seiten umfasst. Wenn Sie weitere Informationen möchten, können Sie diese immer auf den Golfplätzen oder in den Pro-Shops erhalten. Oder sprechen Sie einmal mit einer Golferin oder einem Golfer, dann können Sie sich selbst ein Bild darüber machen und sich gleich zwischenmenschlich informieren.

Es ist immer gut, die Regeln zu kennen – auch auf dem Golfplatz. Ich wünsche Ihnen ein rundes Vergnügen bei Ihren ersten Abschlägen.

Herzliche Grüße
Ihre Annette Wölfle

Kurz gefragt ...

Name: Matthias Geist

Wohnort: Schwaig bei Nürnberg

Unternehmen: Tanzstudio Geist

Schwerpunkt/e: • Gesellschaftstanz,
• Trainer für Umgangsformen im Beruf

Wie kamen Sie zum Knigge Training?

Durch meine Ausbildung zum ADTV-Tanzlehrer. Umgangsformen waren und sind ein großes Themenfeld in der Ausbildung. Über den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV) bildete ich mich zum Trainer für Umgangsformen (IHK) weiter und fand in der KGMU eine gute Möglichkeit mich auch aktiv an der Weiterentwicklung und Modifizierung der Umgangsformen zu beteiligen.

Stil bedeutet für mich:

Umgangsformen nicht nur der offiziellen Förmlichkeit willen darzubieten.

Mein lustigster/unangenehmster Knigge Fauxpas war ...

... unangenehm und gar nicht lustig. Es ging um die sozialen Medien, genauer gesagt um Facebook. Ich war mit diesem Medium noch nicht so vertraut und in einer Beziehungskrise änderte ich meinen Beziehungsstatus von "in einer Beziehung" in "Single". Mir war nicht klar, dass dadurch umgehend alle Freunde und Bekannte bei Facebook sofort eine Meldung über diese Änderung bekamen. Mein Freundeskreis war in Aufruhr und für die Beziehung war das auch nicht förderlich. Zum Glück kam alles wieder in Ordnung und ich habe gelernt, auch in den sozialen Medien auf die Umgangsformen zu achten.

Über diesen Knigge Fauxpas kann ich schwer hinwegsehen:

Mangelnde Rücksicht und geringe Wertschätzung.

Knigge heute ist ...

... ein kulturelles Erbe, das immer wieder modifiziert werden muss, und eine wesentliche Grundlage für die soziale Gemeinschaft und die gesellschaftliche Weiterentwicklung.