Über Knigge

Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge

 

* 16.10.1752 (Bredenbeck) † 06.05. 1796 (Bremen)

 

„Knigge“ ist heute umgangssprachlich DAS Synonym für gutes Benehmen oder Manieren. Viele Menschen verbinden damit nur steife und verstaubte höfische Etikette. Dabei wollte der Aufklärer Freiherr Knigge etwas ganz anderes! 1788 erschien sein Buch „Über den Umgang mit Menschen“, das bekannteste Werk des deutschen Schriftstellers. Es beinhaltet eine intelligente Sammlung von Regeln über den Umgang mit Menschen aller Art und ist durch die Ideale der Aufklärung geprägt. Regeln über korrekte Besteck- haltung, Begrüßungsrituale oder Dress Code sucht man darin allerdings vergeblich. Es war nicht Knigges Absicht, Umgangsformen nur der offiziellen Förmlichkeit halber zur Schau zu stellen. Vielmehr riet er den Menschen, Eigenverantwortung zu übernehmen und danach zu handeln, frei nach dem Motto: Was du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

 

Seine Schriften sind als sehr früh soziologisch ausgerichtete Werke anzusehen, die bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben- Knigge ist aktuell wie nie zuvor!

 

Zitat: „… Wenn die Regeln des Umgangs nicht bloß Vorschriften einer konventionellen Höflichkeit oder gar einer gefährlichen Politik sein sollen, so müssen sie auf die Lehren von den Pflichten gegründet sein, die wir allen Arten von Menschen schuldig sind, und wiederum von ihnen fordern können. – Das heißt: Ein System, dessen Grundpfeiler Moral und Weltklugheit sind, muss dabei zum Grunde liegen. ..“

 

Quelle: “Über den Umgang mit Menschen”, Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge, 1788